Vereinsgeschichte

Im Jahre 1963 löste der TV Wesseling seine Tischtennisabteilung auf. Es ergab sich somit für die Tischtennisspieler die Frage: Wo können wir weiterhin spielen? Einer dieser Spieler war Mathias Sukale aus Urfeld. Während sich mehrere seiner Kameraden dem SV Berzdorf anschlossen, suchte er im Urfeld Freunde, die Spaß an diesem Spiel hatten. Schnell hatte er 10 bis 15 junge Männer gefunden, die mitmachten.

Mathias Sukale stellte eine eigene Tischtennisplatte zur Verfügung und in der Urfelder Schule stand noch eine alte, schuleigene Platte. Die Gemeinde Bornheim gab als Trainingsraum die Aula der Urfelder Schule frei, und so traf man sich dort jede Woche, um ein paar Stunden miteinander Tischtennis zu spielen. Schnell hatte sich ein Freundeskreis gebildet, der mehr als aus "Spaß an der Freude" spielte.

Mit der Zeit kristallisierte sich dann eine Gruppe heraus, die an diesem Spiel mehr und mehr die sportliche Seite entdeckte. Als TTC 1963 Urfeld wurden Freundschaftsspiele gegen andere Vereine ausgetragen. Dabei stellte sich heraus, dass die eigene Spielstärke inzwischen ein Niveau erreicht hatte, mit dem der Verein auch bei Meisterschaftsspielen nicht nur als Punktelieferant angesehen werden konnte.

Im Frühjahr 1966 wurde die Turnhalle in Uedorf fertiggestellt und das Training wurde ab diesem Zeitpunkt von Urfeld nach Uedorf verlegt. Ferner trat der Verein dem Westdeutschen Tischtennisverband bei und nahm ab der Saison 1966/67 erstmals an einer Meisterschaftsrunde teil.

Was erst nur ein Traum war, wurde schnell Wirklichkeit. Man war nicht nur KEIN Punktelieferant, sondern sogar Gruppensieger der 2. Bonner Kreisklasse. Der Aufstieg in die 1. Kreisklasse war errungen. Das gab dem jungen Verein mächtig Auftrieb. Es fanden sich immer mehr neue Mitglieder. Eine Jugendmannschaft und in der Spielzeit 1967/68 sogar noch eine zweite Herrenmannschaft wurden gegründet. Mit neuem Selbstvertrauen ausgestattet startete der TTC in die neue Saison. Die "alten Haasen" in dieser Klasse mussten bald erkennen, dass der Neuling TTC Urfeld nicht irgendein Dorfverein war. Die erste Herrenmannschaft belegte in der 1. Kreisklasse den 1. Rang und stieg in die Kreisliga auf. Auch die Jugendabteilung hatte sich in der Zwischenzeit gemausert. Eine Schülermannschaft wurde zum Spielbetrieb zusätzlich angemeldet. Aus einem Freundeskreis war ein Sportverein gewachsen, der im Bonner Raum immer mehr Beachtung fand.

Nach der ersten stürmischen Aufwärtsentwicklung musste nun eine Konsolidierungsphase einsetzen. Die Kreisliga war sportlich für die erste Mannschaft noch eine Nummer zu groß und so erfolgte 1968/69 der Abstieg in die 1. Kreisklasse. Doch jetzt zeigte sich, dass der Verein bereits soviel an innerer Substanz besaß, dass eine aufkommende Müdigkeit und Krise ohne großen Schaden überwunden werden konnte.

Da im Rahmen der kommunalen Neuordnung Urfeld nach Wesseling eingemeindet wurde, die Trainingshalle aber in Uedorf lag und die Spieler sich außerdem dort ganz wohl fühlten, wurde beschlossen, den Sitz des Vereins nach Uedorf zu verlegen. In der Spielzeit 1969/70 starteten drei Herrenmannschaften, eine Jugendmannschaft und zwei Schülermannschaften als TTC 1963 Uedorf.

Nun begann der dritte Vereinsabschnitt. Eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung auf breiter Basis folgte in den nächsten Jahren. Aus den gesammelten Erfahrungen begann der Verein Erfolge zielbewusst zu planen. Das Schwergewicht der Vereinarbeit wurde auf die Betreuung der Jugendlichen gelegt. Unter der umsichtigen Leitung von Klemens Krips erhielten die Schüler und Jugendlichen ein systematisches Training. Immer mehr Jugendliche fanden den Weg zum TTC Uedorf und es konnte auch eine Mädchenmannschaft gegründet werden. Die Jugendabteilung hatte zeitweise doppelt soviele Mitglieder wie die Seniorenabteilung. Kameradschaft, Freude am Spiel und Trainingsfleiß waren die Garanten für den kommenden Erfolg.

In der Saison 1971/72 starteten je eine Mädchenmannschaft und Jugendmannschaft sowie zwei Schülermannschaften. Beide Schülermannschaften wurden jeweils Meister Ihrer Gruppe und bestritten das Endspiel um die Kreismeisterschaft 1972. Neben der Kreismeisterschaft errang die erste Schülermannschaft sogar noch den Bezirksmeistertitel. Auch die Jugendmannschaft hatte ein Spielniveau erreicht, sodass Sie mit den Jugendmannschaften der Bonner Oberligavereine gut mithalten konnte. Die beiden stärksten Jugendspieler erhielten vom WTTV die vorzeitige Seniorenerklärung und verstärkten die erste Herrenmannschaft.

In der Spielzeit 1972/73 beteiligte sich der Verein mit insgesamt 7 Mannschaften (3 Herrenmannschaften und 2 Jugendmannschaften sowie einer Mädchenmannschaft und einer Schülermannschaft) am Meisterschaftsbetrieb. Jetzt bewährte sich auch die systematische Aufbauarbeit. Die Mädchen-, Schüler- und Jugendmannschaften konnten die Saison mit vorderen Tabellenplätzen abschließen. Die Jugendmannschaft wurde sogar Kreispokalsieger. Die erste Herrenmannschaft schaffte den Aufstieg in die Bezirksklasse. Die zweite Herrenmannschaft konnte in die erste Kreisklasse aufsteigen.

Zu Pfingsten 1973 konnte der TTC Uedorf mit stolz auf seine Vereinsgeschichte zurückblicken und sein 10-jähriges Jubiläum feiern.

Die nächsten 10 Jahre zeigten ein ständiges Auf und Ab des jungen Tischtennisvereins. Als ersten größeren Erfolg konnte 1973 Trostrundencup des Simon-Pokals errungen werden. Die Spieler Manfred Runke, Klemens Krips und der neu in den Verein eingetretene Hubert Düx bildeten die Mannschaft. Im gleichen Jahr stieg die erste Mannschaft als Tabellenzweiter der Bezirksklasse in die Bezirksliga auf. Hier zeigte sich schon deutlich, dass eine gute Jugendarbeit schon erste Früchte trug, denn von den sechs Spielern der ersten Mannschaft kamen 4 aus der eigenen Jugend. Auch in den folgenden Jahren sollten immer mehr Jugendliche in den Herrenteams spielen und so die Mannschaften nach vorne bringen.

1974 wurde der für alle Vereine begehrte Simon-Cup in der Hauptrunde gewonnen. Die fast schon legendären "Helden" von St. Augustin: Klemens Krips, Heinz Werner Heydthausen und Ersatzspieler Günther Steffens holten diesen "Pott" für ein Jahr nach Uedorf. Das gab dem Verein Auftrieb und obwohl Hubert Düx den Verein gewechselt hatte, konnte der 5. Platz in der Bezirksliga erreicht werden. So brachte man in diesem Jahr dem souveränen Tabellenführer CTTF Bonn 2, der mit einer halben Oberligamannschaft antrat, die einzige Niederlage bei. Die zweite Mannschaft schaffte im selben Jahr den Aufstieg in die Kreisliga und die erste Jugendmannschaft stand auf Platz 2 der höchsten Jugendspielklasse.

1975 wechselte der beste Uedorfer, Klemens Krips, für eine Halbserie zu Blau Rot Bonn, sodass die erste Mannschaft auf den letzten Tabellenplatz abrutschte. Doch in der Rückrunde spielten er und Hubert Düx wieder in dieser Mannschaft und so konnte der Abstieg noch vermieden werden.

1976 wurde der bis dahin größte Erfolg für eine Uedorfer Mannschaft errungen: Der Aufstieg in die Herren-Landesliga. Leider war dieser Erfolg von dem plötzlichen Unfalltod des Spielers Heinz Werner Heydthausen überschattet, für den Klaus Siebert in die Mannschaft rückte. Im kommenden Jahr wurde dann überraschend als Klassenneuling mit dem 4. Tabellenplatz nur knapp der Aufstieg in die Verbandsliga verfehlt. In diesem Jahr nahmen 11 (!) Jugendmannschaften am Spielbetrieb teil, und es war teilweise schwer, genügend Fahrer für die Auswärtsspiele zu finden. Die Jugendabteilung war neben der vom TTG Lülsdorf/Reidt die größte im Bezirk Bonn-Rhein-Sieg.

1977 war das Erfolgreichste Jahr in der Vereinsgeschichte des TTC Uedorf. Die Spieler Klemens Krips, Bernd Rielinger und Hubert Düx erreichten das WTTV-Endspiel auf Bezirksliga-Ebene. In der darauffolgenden Saison wechselten die Gebrüder Siebert den Verein. Trotz dieser erneuten Schwächung der ersten Mannschaft wurde der Klassenerhalt gesichert. Die dritte Mannschaft spielte in der Kreisliga, die vierte Mannschaft stieg in die 1. Kreisklasse auf. Nach einem weiteren Jahr in der Landesliga verließ die Nummer 2, Bernd Rielinger, den Verein, sodass der Landesligaabstieg nicht mehr zu verhindern war. Doch trotzdem erholte sich die Mannschaft wieder. 1980 wurde sie Bezirkspokalsieger für 3er Mannschaften und nachdem 1981 der erstrebte Wiederaufstieg in die Landesliga verfehlt wurde, schaffte Sie es in der Saison 1982.

Leider musste die erste Mannschaft im Jubiläumsjahr 1983 wieder absteigen, nachdem sie es in der Rückrunde durch eine kämpferische Aufholjagd fast noch geschafft hätte. Doch durch krankheitsbedingte Ausfälle konnte dieses Ziel nicht mehr erreicht werden. Dafür stieg die zweite Mannschaft nach 10-jähriger Kreisligazugehörigkeit in die Bezirksklasse auf und der Verein hatte mit 5 Herrenteams und einer Damenmannschaft eine breite Basis.

Die kommenden Jahre begannen 1984 mit der Fusion mit dem SV Vorgebirge. Nach dem Abstieg der ersten Herrenmannschaft aus der Landesliga und dem gleichzeitigen Aufstieg der ersten Mannschaft des SV Vorgebirge in diese Klasse war das Interesse der Spitzenspieler groß, durch einen Zusammenschluss weiter nach "oben" zu kommen. Das machte die Spielgemeinschaft auch für "Fremde" interessant und so schlossen sich gleich mehrere Spitzenspieler aus umliegenden Vereinen dem SV Vorgebirge/Uedorf an. Der sofortige Durchmarsch in die Verbandsliga war perfekt, da wir mit Klemens Krips den besten Landesligaspieler in unseren Reihen hatten. Der TTC Uedorf beteiligte sich mit 5 Herren- und einer Damenmannschaft gegenüber 4 Herrenmannschaften des SV Vorgebirge an der Spielgemeinschaft. Die Jugendmannschaften beider Vereine nahmen dagegen aus Fördergründen weiter mit Ihren alten Namen an den Meisterschaftsspielen teil und hielten so auch in Fusionszeiten die Fahne des TTC Uedorf aufrecht.

Der weitere sportliche Verlauf liest sich wie im Fahrstuhl. Nach Aufstieg in die Verbandsliga erfolgte der direkte Abstieg. Danach gelang der sofortige Wiederaufstieg und im Jahr darauf stieg die Mannschaft wieder ab. In der Folge kam es zu Abmeldungen von Spielern und Mannschaften (darunter 2 Bezirksliga-Teams). Ein weiterer Abstieg der ersten Herrenmannschaft in die Bezirksliga war nicht zu vermeiden. Der unaufhaltsame sportliche Abstieg wurde durch den gesellschaftlichen Abstieg begleitet. Sowohl gemeinsames Training, wie ein gemeinsames Vereinslokal fehlten. Nach 4 Jahren war das Experiment "Spielgemeinschaft" gescheitert. Mit 9 Herrenmannschaften und einer Damenmannschaft 1984 gestartet, nahmen 1987 nur noch 5 Herrenmannschaften am Spielbetrieb teil, genausoviel, wie der TTC Uedorf in die Fusion eingebracht hatte.

Jetzt beschlossen 20 Aktive des TTC Uedorf noch einmal in der untersten Spielklasse anzufangen. Mit einigen Landesliga- und Bezirksligaspielern sollte es mit dem TTC Uedorf wieder bergauf gehen. Drei Herrenmannschaften und eine Damenmannschaft starteten 1988 in die neue Saison. Obwohl der Turnhallenumbau den Spiel- und Trainingsbetrieb erschwerte und die Bezirksversammlung beschloss, dass der TTC Uedorf in der untersten Spielklasse starten musste, blieben sportliche Erfolge nicht aus.

Im gleichen Jahr feierte der TTC sein 25-jähriges Vereinsjubiläum. Mit einem Straßenfest "Rund um die Martinschule" wurde der Neuanfang mit Bierzelt, Tombola und Grillspezialitäten gefeiert. Weitere gesellschaftliche Vereinsaktivitäten folgten mit Fahrten nach Passau (1989) und zum TTC Tarp (Schleswig-Holstein) in 1990.

Unser Verein verbuchte in dieser Zeit die größten Erfolge auf Pokalebene. Hier wurde gleich 1989 die Triblette geschafft. Neben dem Kreispokal (Steffens, Dahl, Krüger) und dem Bezirkspokal (Dahl, Krüger, Schmitz) wurde der begehrteste Pokal, der Simon-Cup (Krüger, Schmitz, Hausen) zum zweiten mal nach 1974 nach Uedorf geholt. Es folgten weitere Aufstiege der ersten, zweiten und dritten Herrenmannschaften. Der TTC beteiligte sich 1990 mit 5 Herrenmannschaften und einer Damenmannschaft am Spielbetrieb. 1991 konnte der Kreispokal (Steffens, Krüger, Schmitz) ebenfalls ein zweites mal nach Uedorf geholt werden. Als nochmaliger Höhepunkt wurde der Simon-Cup 1992 in der Aufstellung Steffen, Krüger und Kremer gewonnen. Damit konnte der TTC Uedorf diesen erstrebenswertesten Pokal im Tischtenniskreis Bonn neben dem CTTF Bonn als einziger Verein dreimal gewinnen.

Mit dem Aufstieg der ersten Herrenmannschaft im Jubiläumsjahr in die Bezirksklasse und dem Aufstieg der Damenmannschaft 1992 in die Kreisliga wurde das Klassenziel erreicht. Vier Herrenmannschaften und eine Damenmannschaft nahmen am Spielbetrieb teil. Nicht mehr Spitzensport, dafür Spaß am Sport waren nun gefragt.

Nicht vergessen wollen wir noch an dieser Stelle unser ältestes Vereinsmitglied, Günter Steffens. Er erhielt 1991 eine Einladung vom Westdeutschen Tischtennisverband zur Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Baltimore/USA. In der Altersklasse 3 (Ab 60 Jahre) startete Günter (Jahrgang 1930) regelmäßig auf allen möglichen Turnieren und vertrat so über die Kreisgrenzen hinaus die Farben des TTC Uedorf. Als Dank für seine hervorragende sportliche und selbstlose Einstellung zum Amateursport ernannte ihn der Bezirk 1991 als erstes Uedorfer Vereinsmitglied zum "Pionier des Tischtennissports".